Die aktuelle Transferperiode der Bundesliga ist vorbei. Traditionell war auf dem Transfermarkt viel los. Alleine in der Bundesliga wurden 2019/20 293 Abgänge und 295 Zugänge vermeldet.

Es gibt die Spieler, die gefühlt jede Saison den Klub wechseln und es gibt die, die viele Jahre an einem Ort bleiben. Wir haben uns mit Letzteren beschäftigt und zeigen euch die fünf Profis aus der Bundesliga, die am längsten heute noch Aktiven im Profiteam ihres Vereins stehen.

Platz 5: Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach, 10 Jahre 9 Monate)

Der damalige Gladbach-Trainer Michael Frontzeck nahm 2009/10 den damals 18-Jährigen Herrmann mit ins Wintertrainingslager der Gladbacher. Am 16. Januar 2010 debütierte er dann schließlich in der Bundesliga, als er im Spiel gegen den VFL Bochum in der 79. Minute für Filip Daems eingewechselt wurde.

Mit der Borussia erlebte Herrmann quasi alles mit. Rettete man sich 2010/11 erst in der Relegation vor dem Abstieg, so ging es 2011/12 in die Qualifikation zur UEFA Champions League. 2011/12 war wohl auch für ihn persönlich die erfolgreichste Saison.

Patrick Herrmann im Fohlen TV.

Zusammen mit Mike Hanke, Juan Arango und Marco Reus bildete er die beste Offensive des Vereins im vergangenen Jahrzehnt. Nach schwächeren Spielzeiten zuletzt und aufkommenden Wechselgerüchten fand er spätestens seit der Ankunft von Trainer Marco Rose zu alter Stärke zurück und ist weiterhin enorm wichtig für die Borussia und ganz bestimmt ein Liebling der Anhänger.

Platz 4: Lars Bender (Bayer 04 Leverkusen, 11 Jahre 1 Monat)

Der Zwillingsbruder von Sven Bender, der auch bei der Werkself unter Vertrag steht, wechselte im Sommer 2009 von seinem Heimatverein, dem damaligen Zweitligisten 1860 München an den Rhein. Am sechsten Spieltag wurde er das erste Mal eingewechselt und kam in der Folge zu weiteren 20 Saisonspielen meistens als Einwechselspieler.

Bender gelang es in den Jahren darauf sich trotz großer Konkurrenz einen Platz im defensiven Mittelfeld zu erkämpfen. 2015/16 wurde er nach dem Karriereende von Simon Rolfes zum Kapitän ernannt, das Amt stellte er im September diesen Jahres aus gesundheitlichen Gründen und der daraus resultierenden seltenen Einsatzzeiten wieder frei.

Bei Bayer schaffte er es auch, in die A-Nationalmannschaft berufen zu werden, so fuhr er mit zur EM 2012 in Polen und der Ukraine, bei der er im dritten Gruppenspiel gegen Dänemark den 2:1 Siegtreffer erzielte. 2017 schloss sich auch sein Zwillingsbruder Sven Bender den Leverkusenern an.

Platz 3: Thomas Müller (FC Bayern München, 11 Jahre 3 Monate)

Bereits in der D-Jugend wechselte der Ur-Bayer von seinem Heimatverein TSV Pähl aus Oberbayern zum deutschen Rekordmeister. Sein Debüt bei den Profis feierte er am ersten Spieltag der Saison 2008/09 beim 2:2 gegen den Hamburger SV.

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Trainer der Bayern war damals noch Jürgen Klinsmann, der ihn in den darauffolgenden Spielen nicht mehr berücksichtigte. Müller spielte fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga. Im März 2009 erzielte er im Champions League Viertelfinale gegen Sporting Lissabon den 7:1 Endstand und damit sein erstes Tor für die Profis.

Allerdings vertraute mit Louis van Gaal erst Klinsmanns Nachfolger vollends auf den Stürmer. Ab der Saison 2009/10 kam die Bilderbuchkarriere des Thomas Müller ins Rollen. Neun deutsche Meisterschaften, sechs Triumphe im DFB-Pokal, zweimal die Champions League und die zwei Triple der Vereinsgeschichte sind definitiv seine größten Erfolge für den Verein. Die Krönung seiner Laufbahn war wohl der WM-Titel 2014 mit der Nationalmannschaft in Brasilien.

Platz 2: Tony Jantschke (Borussia Mönchengladbach, 11 Jahre 3 Monate)

Der zweite Gladbacher in unserer Liste debütierte rund ein halbes Jahr vor seinem Vereinskollegen Patrick Herrmann. Am 19. November 2008 stand er bei der 1:3 Heimniederlage der Borussia gegen Energie Cottbus erstmals auf dem Platz. Mit seinem Treffer am 6. Dezember desselben Jahres wurde er zum drittjüngsten Torschützen in der Bundesliga der Vereinsgeschichte.

Jantschke gilt als „Defensiv-Allrounder“. Hans Meyer, sein erster Trainer bei den Profis, setzte ihn zunächst im defensiven Mittelfeld ein. Später erkämpfte er sich einen Stammplatz als Rechtsverteidiger und wurde außerdem in mehreren Spielen als Innenverteidiger aufgeboten. Sein Vertrag bei der Borussia läuft noch bis 2021 und die Anhänger, bei denen er der absolute Liebling ist, würden sich sicher über weitere Jahre von ihm im Borussia-Trikot freuen.

Platz 1: Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund, 12 Jahre 3 Monate)

Schmelzer kam einst als Flügelstürmer 2005 vom 1.FC Magdeburg zu den Schwarz-Gelben. Aufgrund von Personalnot wurde er zum Linksverteidiger umgeschult und rückte zwei Jahre später in die zweite Mannschaft auf. Am 9. August 2008 lief er im DFB-Pokal gegen Rot-Weiss Essen erstmals für die Profis auf. Der damalige Trainer der Dortmunder Jürgen Klopp hatte ihn in der Saisonvorbereitung bei den Profis mit trainieren lassen. Schon bald gelang es Schmelzer den damaligen Publikumsliebling Dede zu verdrängen.

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Unter Kloppo feierte der Linksverteidiger gleichzeitig seine größten Erfolge beim BVB. 2010/11 gewann man die Deutsche Meisterschaft, 2011/12 das nationale Double und im Jahr darauf folgte mit dem Einzug ins Champions League Finale wohl die Krönung. Allerdings unterlag man hier dem FC Bayern mit 2:1.

2017 folgte unter Thomas Tuchel ein weiterer DFB-Pokalsieg im Finale gegen Eintracht Frankfurt. Von 2016 bis 2018 führte das Dortmunder Eigengewächs die Mannschaft zudem als Kapitän auf das Spielfeld. Leider hatte er vor allem die letzten beiden Jahre mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen und kam dadurch nur noch äußerst selten zu Einsätzen.

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* Die Rechte am Bild liegen bei Sascha Schürmann / AP Photos *

Über den Autor
Von
Nicolas Kostic

Nicolas hat letztes Jahr sein Abitur bestanden und absolviert seit Juni ein freiwilliges Praktikum bei mmc sport in München. 

Neben seiner großen Leidenschaft dem Fußball, interessiert er sich auch für Handball und Eishockey.