Endlich geht es wieder los mit europäischem Spitzenfußball. Die Königsklasse steht in den Startlöchern und alle Vereine richten ihren Blick auf den begehrten Henkelpott. Wie starten die deutschen Vereine in die Champions League?

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Borussia Dortmund – FC Barcelona

FC Barcelona, Inter Mailand und Slavia Prag heißen die Gegner in der Gruppe F.  Die Auslosung hat es nicht unbedingt gut gemeint mit den Schwarz-Gelben. Gleich am ersten Spieltag kommt es im heimischen Signal Iduna Park zum Duell mit dem FC Barcelona. Die Rollenverteilung ist eindeutig. Kann Dortmund für eine Überraschung sorgen?

 

Mit dem aktuellen Saisonverlauf dürfte der BVB zufrieden sein. Aus den ersten vier Spielen gab es gleich drei Siege für die Schwarz-Gelben. Lediglich bei der 1:3-Auswärtsniederlage bei Union Berlin machte die Mannschaft von Lucien Favre keine gute Figur. Nach der Länderspielpause präsentierte sich Dortmund aber wieder in gewohnter Verfassung.

Am vergangenen Wochenende gab es einen souveränen 4:0-Erfolg gegen die zuvor ungeschlagenen Leverkusener. Vor allem Kapitän Marco Reus überzeugte mit gleich zwei Treffern. Auf den mittlerweile 30-Jährigen wird es auch am Dienstagabend ankommen. Aber nicht nur Reus hat großen Anteil am aktuellen Erfolg der Borussia. Auch Paco Alcacer und Jadon Sancho sind aus der Offensive nicht wegzudenken.

In der vergangenen Saison war der Traum vom ersten Champions-League-Titel seit 1997 relativ schnell ausgeträumt. In einer Gruppe mit Atletico Madrid, FC Brügge und AS Monaco setzten sich die Dortmunder zwar als Gruppenerster durch, musste im Achtelfinale gegen Tottenham dann aber die Segel streichen. In dieser Saison soll es mindestens eine Runde weitergehen.

Dafür muss sich der BVB aber von seiner besten Seite präsentieren. Mit Barcelona und Inter Mailand warten gleich zwei echte Schwergewichte in der Gruppenphase auf den Vizemeister. Am Dienstagabend werden die ersten Weichen in Richtung K.o.-Runde gestellt. Ein guter Auftakt wäre unheimlich wichtig für die Dortmunder.

Der Respekt für den spanischen Gegner ist groß, aber der BVB will sich nicht verstecken. "Uns erwartet morgen ein schweres Spiel. Wir müssen mutig sein und auf unser Spiel setzen", sagte Marco Reus auf der Pressekonferenz vor der Partie und gab auch gleich die Marschroute aus: "Wir wollen das Spiel zu Hause gewinnen."

Nicht nur für die Dortmunder wird es ein ganz besonderes Spiel werden, sondern auch für Paco Alcacer. Der 26-jährige Spanier spielte zwei Jahre für den FC Barcelona, ehe er im vergangenen Jahr nach Dortmund wechselte. Nach fünf Treffern in den ersten vier Bundesligaspielen will Alcacer natürlich auch seinen ehemaligen Arbeitgeber ärgern.

Sieben Punkte aus den ersten vier Spielen klingen nach einer soliden Ausbeute, doch die Ansprüche beim FC Barcelona sind natürlich gänzlich andere. Gleich am ersten Spieltag gab es für den amtierenden Meister einen herben Dämpfer. Gegen Athletic Bilbao musste sich die Mannschaft von Ernesto Valverde mit 0:1 geschlagen geben.

Danach siegten die Katalanen zu Hause mit 5:2 gegen Real Betis, ehe Barca auswärts in Osasuna nicht über ein 2:2 hinauskam. Am vergangenen Wochenende meldete sich die Blaugrana dann aber wieder standesgemäß aus der Länderspielpause zurück. Mit einem 5:2 wurde Valencia aus dem Camp Nou geschossen.

Großen Anteil an den gezeigten Leistungen hat ausgerechnet ein 16-Jähriger. Ansu Fati sollte in dieser Saison eigentlich für die zweite Mannschaft und die A-Jugend auflaufen, doch aufgrund der Verletzungssorgen bekam der in Guinea Bissau geborene Fati gleich gegen Betis Sevilla seine ersten Profi-Minuten. Mit seinen Leistungen gegen Betis hinterließ er bleibenden Eindruck bei den Fans und auch bei Trainer Ernesto Valverde, so dass er ihn gegen Osasuna zur Halbzeit einwechselte. Fati dankte es ihm mit einem Treffer.

Nach Fabrice Olinga und Iker Muniain wurde er mit 16 Jahren und 304 Tagen zum drittjüngsten Torschützen in der La-Liga-Geschichte. Am vergangenen Wochenende durfte er gegen Valencia sogar von Anfang an ran und traf nicht nur zur 1:0-Führung, sondern bereitete auch den Treffer von Frenkie De Jong vor.

Am Dienstagabend könnte Fati zum jüngsten CL-Debütanten in der Barca-Historie werden. Zwar ist Messi aller Voraussicht nach für die Partie gegen Dortmund wieder fit, wird sich aber vorerst mit einem Platz auf der Bank begnügen müssen. Die anderen beiden Plätze in der Offensive sind von Neuzugang Antoine Grizemann und Rückkehrer Luis Suarez, der bei seinem Comeback gegen Valencia gleich doppelt traf, belegt.

Für die Katalanen ist es das erste Aufeinandertreffen mit dem BVB in der Champions League, umso größer ist die Vorfreude auf die Begegnung. "Ich habe das Stadion schon im Fernsehen gesehen, und es hat mir immer gefallen", verriet Lionel Messi im Anschluss an die Auslosung.

Eine besondere Begegnung wird es auch für Ousmane Dembele werden. Der 22-Jährige erzwang im vergangenen Jahr seinen Wechsel von Dortmund zu Barcelona und wird wahrscheinlich nicht mit offenen Armen von den BVB-Anhängern begrüßt werden. Sein Einsatz steht aufgrund einer Oberschenkelverletzung sowieso auf der Kippe.

Prognose

Uns erwartet ein heißer Ritt im Signal Iduna Park. Beide Mannschaften wollen direkt zum Auftakt drei Punkte einsacken. Ein Blick auf die Quoten bei den Sportwetten verrät uns, dass Barcelona der Favorit in dieser Begegnung ist. Auch wir schließen uns dieser Meinung an und empfehlen euch auf einen Sieg der Katalanen zu tippen. Die Quote dafür beträgt 2.23.

Benfica Lissabon – RB Leipzig

Mit nur drei Niederlagen aus 34 Spielen wurde Benfica in der vergangenen Spielzeit portugiesischer Meister. In dieser Saison gab gleich am dritten Spieltag die erste Schlappe für die Mannschaft von Bruno Lage. Gegen den Vizemeister aus Porto mussten sich die Aguias im heimischen Estadio da Luz mit 0:2 geschlagen geben. Ansonsten lässt sich die Bilanz durchaus sehen.

Die restlichen vier Ligapartien wurden allesamt gewonnen. Bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende siegten die Männer aus der Hauptstadt souverän mit 2:0 gegen Gil Vicente. Das Selbstbewusstsein vor der Partie gegen Leipzig ist dementsprechend groß, auch wenn die Erinnerungen an die vergangene Champions-League-Saison nicht die Besten sind.

In einer schwierigen Gruppe mit Bayern, Ajax Amsterdam und AEK Athen mussten sich die Portugiesen am Ende mit dem dritten Platz begnügen. Damit überwinterte man nicht in der Champions League, sondern musste eine Etage weiter runter in die Europa League.

Dort zeigte Benfica ansprechende Leistungen und stürmte nach Siegen gegen Galatasaray und Dinamo Zagreb bis ins Viertelfinale. Dort war aber aufgrund der Auswärtstorregelung gegen die Eintracht aus Frankfurt Schluss. In diesem Jahr ist das Ziel, die K.o.-Phase in der Champions League zu erreichen. In einer Gruppe mit Leipzig, Zenit St. Petersburg und Olympique Lyon ist dies allemal möglich.

Den Auftakt gibt es am Dienstagabend im heimischen Estadio da Luz gegen RB Leipzig. Keine leichte Aufgabe für die Portugiesen, aber vor allem die bisher gezeigten Leistungen in der Offensive machen Mut. In den ersten fünf Saisonspielen hat Benfica bereits 13 Tore erzielt. Gegen die Sachsen sollen weitere hinzukommen.

Einen ähnlich starken Saisonauftakt wie die Portugiesen hat auch RB Leipzig zu bieten. Aus den ersten drei Spielen gegen Union Berlin, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach gab es die maximale Punktausbeute. Am vergangenen Wochenende kam es in der ersten Partie nach der Länderspielpause zum Top-Duell mit dem amtierenden Meister aus München.

Bereits nach drei Minuten musste die Mannschaft von Julian Nagelsmann den 0:1-Rückstand durch Robert Lewandowski hinnehmen und auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war der Rekordmeister die klar bessere Mannschaft. Kurz vor der Pause wendete sich dann das Blatt, als Emil Forsberg per Foulelfmeter den Ausgleich erzielte.

In der zweiten Spielhälfte waren die Bullen am Drücker, schafften es aber nicht, den Ball im Tor von Manuel Neuer unterzubringen. Am Ende mussten sich beide Mannschaften mit einem 1:1 begnügen. "In der ersten Halbzeit hatten wir insgesamt zu wenig Zugriff, da hatte Bayern deutlich mehr vom Spiel. Nach der Pause lief es dann deutlich besser, wir hatten mehr Ballbesitz und auch einige Chancen. Unter dem Strich ist das Unentschieden vielleicht etwas glücklich aber auch nicht zwingend unverdient", resümierte Nagelsmann die Partie nach Abpfiff.

Das vergangene Jahr absolvierte Leipzig in der Europa League. Schon die Qualifikation lief nicht ohne Komplikationen. Gegen Sorja Luhansk gab es im Hinspiel ein 0:0-Unetschieden, ehe sich die Sachsen im Rückspiel denkbar knapp mit 3:2 durchsetzten. In einer Gruppe mit Rosenborg Trondheim, FC Salzburg und Celtic Glasogow schien die K.o.-Runde reine Formsache zu sein, doch die Bullen bekleckerten sich nicht unbedingt mit Ruhm.

Nach nur sieben Punkten war bereits in der Gruppenphase Endstation für RB. In diesem Jahr soll es europäisch besser laufen. Die Auslosung bescherte den Leipziger eine machbare Gruppe, doch unterschätzen sollte die Nagelsmann-Elf die Gegner nicht.

Ruft man jedoch ähnliche Leistungen wie in der Liga ab, dann sind die Chancen auf ein Weiterkommen gegeben. Dies sieht auch Julian Nagelsmann so. "Es ist generell sehr wichtig, dass man mit einer Stabilität aus der Liga ins internationale Geschäft startet. Dieses Gefühl, mit dem wir nach Lissabon reisen können, wird uns helfen ein gutes Spiel in der Champions League gegen Benfica zu machen."

Prognose

Das Estadio da Luz ist wie das portugiesische Pendant zu Fort Knox. Schon in der vergangenen Champions-League-Saison musste Benfica lediglich eine Heimniederlage (gegen Bayern) einstecken. In dieser Spielzeit soll die Heimstärke wieder zum wichtigen Baustein für die K.o.-Runde werden. Schaut man auf die Champions-League-Quoten, dann erwartet uns ein Duell auf Augenhöhe. Beide verfügen über exzellente Offensivkräfte, weshalb wir euch einen Tipp auf Treffer von beiden Mannschaften empfehlen würden. Die Quote dafür beträgt 1.56.

*Die Rechte an dem Bild liegen bei Daniel Cole / AP Photo*

Über den Autor
Von
Daniel Hollenbach

Daniel studiert aktuell Online-Medien im Schwarzwald und absolviert seit März sein praktisches Studiensemester bei der Firma mmc sport in München.

Neben seinem Spezialgebiet Fußball verfügt er außerdem über umfangreiches Wissen in verschiedenen weiteren Sportarten.