Die neuen Regeln beim ersten Grand-Slam des Jahres:

Die 106. Australian Open bringen einige Veränderungen mit sich. Das Preisgeld wurde zum Vorjahr von 50 auf 55 Millionen US Dollar aufgestockt. Zudem wird jetzt vermehrt gegen „Preisgeldjäger“ vorgegangen. Teilnehmer, die ab Donnerstag vor Turnierbeginn ihren Start absagen, bekommen nur noch 50% des Preisgeldes. Der Rest geht an den nachrückenden Lucky-Looser. Somit will man verhindern, dass sich verletzte Spieler zum Turnier fit melden, dann nicht antreten aber dennoch das volle Preisgeld einsacken. Des Weiteren wird zum allerersten Mal eine sogenannte Shot-Clock zum Einsatz kommen. Von einem beendeten Ballwechsel bis zum nächsten Aufschlag dürfen nur noch maximal 25 Sekunden vergehen. Bei der ersten Überschreitung gibt es eine Verwarnung, beim zweiten Mal einen Punktverlust. Eine Regeländerung, die vor allem bei Rafael Nadal nicht auf Gegenliebe stößt. „Es geht doch darum, was die Fans wollen. Wenn sie kurze Punkte befürworten, bei denen die Spieler nicht viel nachdenken und nur auf Winner gehen, ist die Shot-Clock vielleicht gut. (…) Wenn du keine gute Show sehen willst, ist die Shot-Clock eine großartige Verbesserung“, sagte der Spanier mit einem sarkastischen Unterton. Bislang lag es immer im Ermessen des Schiedsrichters, ob er einem Spieler wegen Zeitüberschreitung verwarnt oder nicht.

 

Geht das schon wieder los?

Die neue Tennissaison ist gerade einmal wenige Wochen alt – schon kehrt bei dem ein oder anderen Tennisfan wieder Sorge ein. Der Grund: Bereits wie bei den US Open 2017 gab es auch schon im Vorfeld der Australian Open wieder zahlreiche Absagen von prominenten Spielern und Spielerinnen – hinter der Teilnahme von weiteren Topstars steht zudem ein dickes Fragezeichen. Doch wer ist nun definitiv nicht dabei? Wer bangt noch um seine Teilnahme? Ein Überblick:

Andy Murray:

Der dreifache Grand-Slam Champion und fünffache Australian Open-Finalist, Andy Murray, wird definitiv nicht beim ersten großen Highlight im Tenniskalender aufschlagen können, denn den 30-Jährigen plagen weiterhin anhaltende Hüftprobleme. Nachdem die konservative Behandlung beim Briten nicht anschlug, scheint eine OP und somit eine deutlich längere Verletzungspause unumgänglich zu sein. Sein letztes Match bestritt Murray im Juli 2017 beim Rasenturnier in Wimbledon.

Kei Nishikori:  

Ähnlich wie den Briten, wird auch den Japanern ihr absolutes Aushängeschild beim „Happy Slam“ fehlen. Seit seinem Sehnenriss im rechten Handgelenk bestritt der 28-Jährige kein Match mehr auf der Tour. Doch anders als bei Murray befindet sich Nishikori bereits wieder im Training. Jedoch ist der Japaner noch nicht in der körperlichen Verfassung, um ein Match über die Distanz „Best-of-Five“, bestreiten zu können.

Novak Djokovic:

Nein, er hat (noch) nicht für die Australian Open abgesagt, aber hinter seiner Teilnahme steht nach wie vor ein dickes Fragezeichen. Die Rede ist natürlich vom sechsfachen Champion Novak Djokovic. Der Serbe, der sein letztes Match im Juli 2017 bestritt, leidet noch immer an einer langwierigen Ellenbogenverletzung. Weil die konservative Behandlung bisher nicht die erhofften Fortschritte brachte, musste der 30-Jährige die Turniere von Abu Dhabi und Doha bereits absagen, obwohl er diese Turniere im Vorfeld der AO unbedingt spielen wollte. Ob Djokovic beim ersten Grand-Slam des Jahres dabei sein wird, wird kurzfristig entschieden. Der Serbe wird am 10. Januar bei den Tie-Break-Tens aufschlagen. Sollte sein Ellenbogen den Belastungen standhalten wird er am Montag an den Start gehen – aber auch nur dann. „Ich werde erst wiederkommen, wenn ich hundertprozentig fit bin“, erklärte der zwölffache Major-Sieger.

Quote auf Titel Nummer sieben: 7.50

 

Stan Wawrinka:

Auch das letzte Match von Stan Wawrinka liegt schon eine ganze Weile zurück – im Juli 2017 konnten die Tennisfans den dreifachen Grand-Slam Champion zuletzt beim Tennisspielen bewundern. Seitdem machten dem Schweizer vor allem seine Knie einen großen Strich durch seine Comeback-Pläne. Zwischen Juli und November 2017 musste sich „Stan the Man“ zwei Knieoperationen unterziehen. Die Nachwirkungen waren so gravierend, dass Wawrinka seine Teilnahme beim Showturnier in Abu Dhabi absagen musste. Bei den Tie-Break-Tens soll nun endgültig die Rückkehr auf den Platz erfolgen. Danach wird sich entscheiden, ob der Australian Open-Champion von 2014 in Down Under aufschlagen wird.

Wawrinka holt sich seinen zweiten Major-Titel in Down Under: 36.00 Quote

Rafael Nadal:   

Ja, Rafael Nadal und sein Körper, ein Ereignis was niemanden mehr so richtig verwundern wird – doch das der Spanier zu Beginn einer neuen Saison seine Blessuren nicht auskuriert hat, ist neu. Bereits seit Oktober des letzten Jahres musste sich der 31-Jährige wieder mit seinem nostalgischen Punkt, dem Knie, mehr auseinandersetzen als ihm lieb ist. Damals ruinierte es ihm die Chance auf seinen ersten Titel bei den ATP Finals. Im neuen Jahr musste Nadal wegen seinem Knie bereits die Vorbereitungsturniere in Abu Dhabi, Brisbane und Sydney absagen. Bei den Tie-Break-Tens will der Spanier allerdings antreten, um sich Matchpraxis im Vorfeld der Australian Open zu holen.

Rafael Nadal gewinnt die Australian Open: 6.50 Quote

 

Doch auch bei den Damen werden in diesem Jahr zahlreiche, prominente Namen fehlen……………

Serena Williams: 

Nach der Absage von Titelverteidigerin Serena Williams steht bei den Damen bereits fest, dass es eine neue Titelträgerin geben wird. Die 36-jährige US-Amerikanerin hatte eigentlich angekündigt bei den Australian Open nach einem Jahr Pause wieder auf die Tour zurückkehren zu wollen. Doch die Niederlage nach ihrer Babypause gegen Jelena Ostapenko beim Showturnier in Abu Dhabi zwang die ehemalige Nummer eins der Welt zum Umdenken – zu groß sind ihre konditionellen Defizite, hinzu kommt die weiterhin fehlende Power in ihren Schlägen nach einem Jahr Wettkampfpause.

Neben der amtierenden Titelträgerin wird auch die zweimalige Australian Open-Siegerin, Victoria Azarenka, ebenfalls nicht an den Start gehen. Aufgrund des aktuellen Sorgerechtsstreits um ihr Kind sagte die Weißrussin, genau wie bei den US Open, ihre Teilnahme ab. Ihr letztes Match bestritt die ehemalige Nummer eins der Welt im letzten Sommer. Wegen der aktuellen familiären Situation ist zudem nicht klar, wann Azarenka wieder auf die Tour zurückkehren wird und zurückkehren kann.

Ebenfalls nicht bei den Australian Open am Start sein werden:

  • Sabine Lisicki, anhaltende Knieprobleme machen eine Teilnahme der früheren Wimbledon-Finalistin unmöglich.
  • Jelena Jankovic, die ehemalige Nummer eins der Welt verpasst, verletzungsbedingt, ihr erstes Grand-Slam Turnier seit 14! Jahren
  • Timea Bacsinszky, die Schweizerin bestritt in Wimbledon ihr letztes Match – nach Weihnachten konnte die 28-Jährige erstmals wieder voll belastbar trainieren – die Teilnahme am „Happy Slam“ kommt für sie noch zu früh

Die zahlreichen Absagen und Blessuren schränken die Favoritensuche dementsprechend ein, bei den Damen eher weniger – doch vor allem bei den Herren rückt einer wieder verstärkt in den Vordergrund.

Die Rede ist natürlich vom 19-maligen Grand-Slam Champion und amtierenden Titelverteidiger Roger Federer. Es mag einem teilweise wie die ultimative Tennisironie vorkommen, doch es ist wirklich so. Der älteste Spieler ist topfit, gesund und am besten in Form. Bei seinem einzigen Turnier in Vorbereitung auf die Australian Open gewann der Schweizer, mit Landsfrau Belinda Bencic, den prestigeträchtigen Hopman Cup. Dabei überzeugte vor allem der 36-Jährige. Der „Maestro“ gewann alle seiner vier Einzelpartien und gab dabei nur einen einzigen Satz ab. Federer ist der Topfavorit in Down Under. Im Falle eines erneuten Triumphs würde er mit Novak Djokovic gleichziehen (2.50 Quote auf den sechsten Erfolg von Federer bei den AO)

 

Die Favoriten bei den Damen:

  • Simona Halep (7.00)
  • Garbine Muguruza (7.50)
  • Karolina Pliskova (8.00)

Als Geheimfavorit ist Lokalmatador Nick Kyrgios zu nennen. Nach seinem Turniersieg in Brisbane und dem Rätselraten um die Teilnahme von einigen Topleuten, ist der 22-Jährige verstärkt in den Vordergrund gerückt. Einziger Nachteil: Der Australier ist nur an Position 17 gesetzt. Bedeutet: Bereits in Runde drei könnte Kyrgios möglicherweise auf ein Kaliber der Größenordnung Roger Federer treffen – ein Szenario was viele australische Tennisfans nicht sehen wollen.

Quote auf den Turniersieg von Nick Kyrgios: 16.00

Bei den Damen haben sich hingegen zwei Deutsche in den Favoritenkreis gespielt. Als erstes muss dabei Julia Görges genannt werden. Schlappe 29 Jahre musste die Frau aus Bad Oldesloe werden um zur besten deutschen Tennisspielerin aufzusteigen. Görges gewann letzte Woche das Turnier von Auckland (jahresübergreifend ihr dritter Turniersieg in Serie) und ist seit nunmehr 14 Spielen ungeschlagen. In die anstehenden Australian Open wird die Deutsche als gesetzte Spielerin (Nummer 12 – beste Platzierung der Karriere) gehen.

Die Quote auf den vierten Turniersieg in Folge steht bei 21.00.    

Und ja, auch bei Angelique Kerber lief die Vorbereitung auf den ersten Grand-Slam des Jahres sehr zufriedenstellend. Beim Hopman Cup erreichte die Deutsche, an der Seite von Alexander Zverev, das Finale. Im gesamten Turnierverlauf blieb Kerber ohne Satzverlust und konnte im Finale ihr Einzel, gegen Belinda Bencic, klar und deutlich mit 6:4, 6:1 für sich entscheiden.

Kerber wiederholt ihren Triumph von 2016: 11.00 Quote

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